Ein farbenfroher, locker leichter thüringer Blechkuchen. Paradiesisch gut!
Bis zum Frühlingsanfang sind es noch ein paar Tage. Das Wetter aber sendet mir seit längerem eindeutig andere Signale. Das kann ich nicht ignorieren und gebe heute schon das Rezept für einen zauberhaften Frühlingskuchen frei. Der gehört für mich zur Thüringer Kuchenküche wie kaum ein anderer und trägt den wundervollen Namen „Paradieskuchen“. Nicht zu verwechseln mit der „Torta Paradiso“, dem italienischen Paradieskuchen. Das ist etwas völlig anderes.
Eigentlich wird er etwas flacher gebacken. Und zwar vor allem dann, wenn er auf den schon oft erwähnten Kuchentellern zusammen mit vielen anderen Blechkuchen zum Einsatz kommt. Da ist es nämlich wichtig, dass die kleinen rautenförmigen Stücke möglichst dieselbe Höhe haben, damit sie sich gut ins Gesamtbild einfügen.
Heute und hier steht und wirkt er aber für sich allein und ist darum ein klein bisschen höher als üblich. Mehr Kuchen für alle, yeahhh!
Im Original ist er natürlich alles andere als vegan und enthält jede Menge tierische Zutaten. Völlig unnötig, finde ich, denn auch ohne Ei und Co gelingt der Kuchen und schmeckt fantastisch.
Damit er nun aber vegan wird, lassen wir die Eier im Boden weg und stellen einen veganen Bisukuit her. Darauf kommt eine ebensfalls vegane Vanille-Buttercreme, die zum Teil aufgestrichen und zum größeren Teil in diagonalen Bahnen aufgespritzt wird. Die Zwischenräume werden abschließend gefüllt mit buntem Wackelpuding.
Da es veganen Wackelpudding derzeit nur als Instant-Variante in den Sorten Waldmeister und Kirsche gibt, müsst Ihr die Zitronen Götterspeise selbst herstellen. Das geht aber viel leichter und schneller, als es klingen mag. Versprochen!
Alles in allem ist der Kuchen recht einfach zu backen, wenn Ihr Euch vor ein paar Arbeitsschritten und ein klein wenig Wartezeit mehr nicht scheut. Die Mühe lohnt, denn der Kuchen passt wunderbar zum Frühling und peppt garantiert nicht nur den Kindergeburtstag auf. Viel Spaß damit!
Ich wünsche Euch eine schöne Woche und melde mich höchstwahrscheinlich schon am Freitag mit einem weiteren farbenfrohen Kuchen zurück.

Der Paradieskuchen ist vegan. Das heißt, er kommt ohne Ei, ohne Butter und sonstige Zutaten tierischen Ursprungs aus.


Veganer Paradieskuchen
Zutaten
Boden
- 375 g Mehl Typ 405
- 1 Backpulver
- 140 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 330 g Sprudelwasser
- 90 g neutrales Pflanzenöl (z.B. Raps-)
- ½ Bio-Zitrone
Vanille-Buttercreme
- 600 g Sojadrink ungesüßt
- 1 ½ Vanillepuddingpulver
- 60 g Zucker
- 250 g vegane Butter zimmerwarm!!!
- 50 g Puderzucker
Götterspeise
- 50 g veganes Instant-Götterspeise Pulver Waldmeister (ausreichend für 250ml Wasser)
- 50 g veganes Instant-Götterspeise Pulver Kirsch (ausreichend für 250ml Wasser)
- 5 g Agartine (ausreichend für 250ml Wasser)
- 40 g Zitronensaft
- 30 g Zucker
- etwas gelbe Lebensmittelfarbe
Anleitung
- Zuerst für die Buttercreme einen dicken Vanillepudding kochen.Dafür etwa 70g von 600g Sojadrink in eine kleine Schüssel geben. Die restlichen 530g in einen Topf füllen.Das Puddingpulver und 60g Zucker mit in die Schüssel geben und alles glatt rühren.Den Sojadrink im Topf zum Kochen bringen. Nun das Puddingspulver-Gemisch unter Rühren zugeben und alles kurz eindicken lassen.In eine Schüssel umfüllen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
- Das Backblech mit Backpapier auslegen.Den Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Nun den Boden zubereiten.Dafür Mehl, Backpulver, Zucker und Salz in einer großen Schüssel mischen.Die Schale einer halben Bio-Zitrone fein abraspeln und zugeben.Den Saft dieser halben Zitrone auspressen.Sprudel, Pflanzenöl und Zitronensaft ebenfalls mischen und nach und nach mit einem Schneebesen in die Mehlmischung einrühren bis ein homogener, recht flüssiger Teig enstanden ist. Nicht länger rühren als nötig, sonst verkleistert der Teig!!!
- Den Teig auf das Backblech geben und gleichmäßig verteilen.Für etwa 15 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Der Kuchen sollte hell bleiben. Stäbchenprobe!Aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.
- Sobald der Pudding abgekühlt ist, die Buttercreme zubereiten.Dafür die zimmerwarme vegane Butter mit dem elektrischen Schneebesen (-aufsatz) cremig rühren. Dann den gesiebten Puderzucker unterrühren. Nun esslöffelweise!!! den erkalteten Pudding untermixen.Achtung: Vegane Butter und Pudding müssen diesselbe Temperatur haben, damit die Masse nicht ausflockt. Solltet Euch der Pudding klumpig geworden sein, streicht ihn vorher durch ein feines Sieb.
- Nun ein klein bisschen mehr als ein ¼ der Creme auf den erkalteten Kuchen streichen.Den Rest in einen Dressiersack mit 8mm Sterntülle füllen.Zuerst ringsherum schön hoch auf dem Boden einen Rahmen aufspritzen.Dann diagonal ebenfalls schön hoch Linien ziehen. Die Abstände/Freiräume sollten etwa 1,5cm betragen.Hinweise:1.Die Creme muss stabil aufspritzbar sein. Notfalls nochmal für ein paar Minuten in die Kühlung geben.2.Beim Aufspritzen unbedingt darauf achten, dass die Linien gut mit der Creme auf dem Boden vereint sind, damit die Götterspeise nicht durchlaufen kann.Den Kuchen jetzt erstal für 30 Minuten kalt stellen, mindestens aber solange bis die Creme schnittfest ist.
- Nun die Füllung zubereiten.Dafür zunächst den Waldmeister-Wackelpudding nach Anleitung zubereiten (allerdings mit nur 200g Wasser statt 250g, damit er stabiler wird).Ganz kurz abkühlen lassen (er darf noch nicht gelieren) und sofort vorsichtig jeden 3. Zwischenraum der Buttercreme damit füllen. Ich habe dafür ein Gefäß mit Ausschütt-Tülle verwendet und vorsichtig gegossen. Ein Löffel tut es auch, wenn Ihr schnell seid.Während der Zubereitung des 2. Wackelpuddings ruhig nochmal in den Kühlschrank geben.Genauso mit dem Kirsch-Wackelpudding verfahren ( ebenfalls nur 200g Wasser verwenden). Dann jeden 2. Zwischenraum füllen.Ab in den Kühlschrank während Ihr die 3. Füllung zubereitet.Hinweis: Bei mir war ein klein wenig Götterspeise übrig. Die habe ich einfach in ein kleines Dessertglas geschichtet um sie später zu löffeln.
- Nun die Zitronen-Götterspeise herstellen (die einzige, die es nicht als Instant-Version in vegan gibt):Dafür 160g Wasser mit 40g Zitronensaft und 30g Zucker in einem kleinen Topf verrühren. Agartine einrühren, zum kochen bringen und 2 Minuten ordentlich kochen lassen. Ein paar Tropfen gelbe Lebensmittelfarbe einrühren.Wackelpudding ganz kurz abkühlen lassen (er darf noch nicht gelieren) und in jeden 1. Zwischenraum des Kuchens füllen. Fertig!Bis zum servieren kalt stellen.
www.vegan-zu-tisch.de

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